Kühe Melten!

melt

Tschüß Melt, es waren tolle Zeiten, aber auch du brichst im Turbo-Marken-Kirmes-Kapitalismus irgendwann ein. So ist nun mal der Gang der Dinge. Du kannst da ja gar nichts für, schließlich regelt sich der Markt von selber, auch wenn du mit einem Statement noch zu retten versuchst, was nicht mehr zu retten ist. Willkommen im Mainstream! Kleiner Trost: So schlimm wie auf der “Humba”-Loveparade ist es (noch) nicht…

25.07.2008 um 17:03
geschrieben von dennis in Le Rest, Musik

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7 mal Salz

  1. oliver #26666 25.07.2008 um 17:16

    dieser text fasst das drama auch noch schön zusammen.

  2. Griot #26668 26.07.2008 um 11:03

    Willkommen im Mainstream?
    Gibt es denn etwa nur gut und böse? Ich hab mal in paar Statistiken über das Melt-Sponsoring gesehen und nun gut in diesem und im letzten Jahr hatten die Bühnen Namen von Schuhherstellern etc., aber ob du es glaubst oder nicht in den frühen Jahren gab es viel mehr Sponsoren als heute. Die Jungs müssen sich doch auch irgendwie über Wasser halten, hast du dir mal vor Augen geführt seit wann das Melt schwarze Zahlen schreibt? Na? Seit 2007.

    Klar, kann man den Veranstaltern vorwerfen in diesem Jahr einige böse Fehler gemacht zu haben, das Statement kam wohl auch ein wenig zu spät, aber dennoch war es eine gelungene Veranstaltung mit großartigen Künstlern. Was sich ändern muss ist ganz sicher die Ordnerproblematik und mehr sanitäre Anlagen, aber ich denke, dass das Melt sich immer noch seinen Charme bewahrt hat.

    A propos TAZ: ein bissl mehr Recherche wäre hier mal nicht schlecht gewesen, Teile des TAZ-Inteviews sind schlicht und einfach an den Haaren herbei gezogen. Ich meine das ist die TAZ!!! Außerdem fällt es immer wirklich leicht zu polemisieren, das ist ein wirklich einfacher Weg mit großer Wirkung, den man da einschlägt.

  3. dennis #26669 26.07.2008 um 12:53

    @griot: ich kann deine argumentation nachvollziehen. wie gesagt, es ist nun mal der gang der dinge und da können die veranstalter überhaupt gar nix für. es ist ja auch schön, dass schwarze zahlen das wirklich große engagement belohnen. ABER, leider sind besucherzahlen um die 20000 nun mal mainstream. da kann man sagen was man will. und ich verurteile das ja auch nicht. würde jeder wohl so handhaben, auch wenn die veranstalter überfordert waren. ich brauche bei so etwas nun mal heimelige atmosphäre. deshalb gilt für mich: tschüß! oder wie es jens rachut von oma hans mal sagte: “wenns berühmt wird, hau ich ab!”

  4. Shahla #26670 27.07.2008 um 21:12

    Ich persönlich finde, dass das Wort Mainstream viel zu negativ behaftet ist. So wie Griot gesagt hat, lässt es irgendwie nur eine Einteilung in Gut und Böse zu.
    Ich finde es schade, wenn Menschen soetwas wie das Melt nicht weiter besuchen wollen, “nur” weil zum Beispiel die Besucherzahlen gestiegen sind. Das gibt einem das Gefühl, dass man “uncool” ist, weil man etwas erst später für sich entdeckt hat…

    “I’m so indie that i saw a band by myself in an underground room and afterwards I killed them so that I would be the only one who knew of their existance…”

    Naja, aber schließlich darf ja jeder seine eigene Meinung haben, näch?

  5. dennis #26671 27.07.2008 um 22:46

    wahre worte! mainstream in “cool” oder “uncool” zu unterteilen ist so eine alte diskussion wie der pop selber! ich fühle mich einfach wohler, unter wenigen zu sein. das hat was besonderes! ist auch nicht “cool” oder “uncool”, sondern einfach wie man sich fühlt! und das wird sich wohl auch bei mir nicht mehr ändern…

  6. Tille #26673 28.07.2008 um 8:43

    Ich war schwimmen auf dem Melt.

  7. Raketentim #26686 03.08.2008 um 18:01

    Ich konnte dieses Jahr leider nicht auf das Melt! und kann mir deshalb kein Urteil über das Fest selbst bilden. Aber ich war in den letzten Jahren dort und da gab es auch schon viele Menschen. Wenn ich mich recht erinnere waren es 2006 auch um die 15.000. Wenn man diese Menge an Menschen als heimelige Atmosphäre empfindet, aber 20.000 als unangenehmen Mainstream beschreibt… weiß nicht. Manchmal hat man das Gefühl, Leute warten nur darauf, dass Dinge schwächeln werden um sich danach mit “Ich kannte das noch, als es cool war” zu brüsten - wie bei der Indieband, die der Underdog in der 8ten Klasse als einziger kennt und liebt, aber schlagartig ab dem Tag hasst, wo sie nach einem Hype jeder kennt.

    @Oliver, der Artikel bei Jetzt trieft vor Polemik und Einfältigkeit, wie ich es eher vom einem anderen großen Verlag kenne. Wenn er deine Ansicht widerspiegelt - traurig.

    Der hier angerissene und im Jetzt-Beitrag etwas ausführlicher beschriebene und angeprangerte Kommerz scheint für Deutsche ein echtes Problem zu sein. Wer sich in New York einige Galerien anschaut, wird im Vergleich zu Deutschland sehr schnell merken, dass Kunst hier sehr stark kommerzialisiert wird. Das hat mich, als ich hierher kam ein bisschen erschüttert, inzwischen habe ich aber verstanden, dass das einer der Hauptgründe ist, warum Künstler hier in diesem großartigen Ausmaß produktiv sind.

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